Die eisige Kälte während der Berliner Modewoche sorgte für eine fast schmerzhafte Sehnsucht nach Wärme und Sonnenschein. Der Dänin Stine Goya sei Dank, gab es wenigsten schon einmal Sommer für die Augen: Vor ihrer aktuellen Herbst/Winter Kollektion, zeigt sie ihre Entwürfe für Frühjahr und Sommer. Dieser Saison-Mix bildete das Schlusslicht der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin 2010. Und ließ den Laufsteg noch einmal besonders hell erstrahlen.
In Kurzjacken mit Volant-Schößchen, ausgestellte Corsagenkleider und Overalls mit Pumphose gehüllt präsentieren die Models die „Le Chimere“-Kollektion. Klare Schnitte treffen auf verspielte Details. Schwarze Akzente kontrastieren Aprikose, Gelb und Pink. Outfits mit fantasievollen Wolken-, Punkt- und Kunstdrucken begegnen monochromen Ein- und Zweiteilern. Die Entwürfe der Frühjahr/Sommerkollektion 2009/2010 bestechen durch Kontraste. Und durch ungewöhnliche Ideen. Welcher Designer sonst würde seine Models mit nur einem (!) Perlen bestickten Handschuh auf den Laufsteg schicken? Oder ausgerechnet die Knie mit Pailetten schmücken?
Auch im Herbst und Winter werden die Knie wieder hübsch verziert – diesmal mit runden goldenen Nieten. Diese spielen in der gesamten „La Ville Fantôme“ Kollektion eine große Rolle – mal sparsam auf einem der vielen verschiedenen Hüte, mal großzügig großflächig auf einem gelben langen Cape. Ebenso prägnant wie die Nieten sind die schwarz-weißen Goya typischen allover Prints. Dieses Mal sind sie auf einem ärmellosen hautengen Catsuit mit Zopf-Applikation und auf einem lässigen Overall zu finden. Pur und schlicht ist der Rest der Kollektion: Ein hochgeschlossener, futuristischer Mantel in grau zu einem bodenlangen schmalen Rock in Rostrot. Eine braune Bikerjacke zu einer Ocker-farbenen Hose und einem braunen Rollkragen-Pullover. Ein schwarzes kurzärmeliges Seidentop zu einer schwarzen Lederhose und einem schwarzen Hut mit Schleier.
„La Ville Fantôme“ reflektiert Emotionen. Spielt mit den Stimmungen und Gefühlen, die beim Betrachten der Georgia O´Keeffe Portraits des Fotografen Ansel Adams aufkommen.
Beauty, Drama, Colour – das sind Stine Goyas Entwürfe in drei Worten. Die gebürtige Dänin entwirft Kleider für mutige Großstadt Schönheiten, die Mode als subtiles Mittel der Selbstinszenierung verstehen. Klare Schnitte, leuchtende Farbakzente und abstrakte Prints sind charakteristisch für die Designs der Central St. Martins Absolventin. Irgendwo zwischen Traum und Realität angesiedelt, sind die Entwürfe vor allem eins: Individuell!
(Alexandra Springer, Modejournalistin, für Sehnsuch Ist und creative face Magazin)




















