Reduziert, unaufdringlich, unkonventionell – das ist der Stil des Berliner Nachwuchsdesigners Michael Sontag. Auch in seiner Kollektion für Herbst/Winter 2010/11, die er auf dem Bebelplatz bei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin vorführte, zeichnete sich deutlich die unverwechselbare Handschrift des letztjährigen Gewinners der Becks Fashion Experiance ab.
Sontag arbeitet nur mit hochwertigsten Materialen wie Kaschmir und Seide, die er direkt an der Schneiderpuppe zuschneidet und drapiert. Durch die Arbeit mit ausschließlich Unifarbenen Stoffen und unaufdringlichen Farben wie Sand, Hellbraun und Khaki, wird das Hauptaugenmerk auf die kunstvolle, fast skulpturale Silhouette seiner Kleider gelenkt. Als besonders interessant fielen auch außergewöhnliche Teillösungen an Schultern und Rücken auf.
Der fließende Faltenwurf der Kleider zeugt von außerordentlich gekonnter Verarbeitung. Die weiten, mehr körperverhüllenden als -betonenden Schnitte erinnern teilweise an japanische Kimonos und schließen sehr schön an Sontags Kollektionen der letzen Saison an. So schafft der Designer einen sehr cleanen, edlen Look ohne dabei langweilig zu wirken.
Michael Sontag, der unter anderem bereits Praktika bei c.neeon, Kenzo und Givenchy absolvierte, hat an der Kunsthochschule Berlin Weißensee studiert.
(Anja Woertge, AMD Akademie Mode & Design, für creative face Magazin)




















