
Italian Designers – Next Generation presented by Mercedes-Benz at Mercedes-Benz Fashion Week Berlin a/w 2010 / Photo: Tom Felber
Bei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin wird Nachwuchsförderung schon immer groß geschrieben. Es ist also wenig verwunderlich, dass den Gästen diesmal sogar eine Hand voll junger Talente aus Italien präsentiert wurde. Fünf Labels wurden von der Camera Nazionale della Moda Italiana dazu berufen, ihre Kollektionen in Berlin auf dem Bebelplatz zu zeigen.
Wie bei einer klassischen Pizza Mista war auch hier für jeden Geschmack etwas dabei: Christina Miraldi lieferte mit ihren eleganten Kreationen den Auftakt. Overknee-Strümpfe, Shorts mit gerafftem Bund und vielfältige Grautöne gaben hier den Ton an. Das Highlight war eine offen getragene Reifrockkonstruktion, die sich spiralförmig um das Model wand.
Die Labels Mauro Gasperi und Christiano hielten sich in ähnlichen dunklen Farbschemen auf und präsentierten figurbetonte italienische Mode. Während Mauro Gasperi mit groben Jersey-Flechtmustern und Krater-ähnlichen Stoffstrukturen das Publikum begeisterte, zeigte Christiano eine mondän anmutende Kollektion aus Chiffon, Pelz und Leder, die durch funkelnde Transparenz und Leggings in Zebra-Optik die Figur der Trägerin betonte. Paolo Enrico hingegen setzte bei seinen Kreationen auf den Layerlook, dem er durch offene Säume, Raffungen und patchworkartige Schnitte einen rauen, unfertigen Touch verlieh.
Das Highlight der Show war jedoch eindeutig das Nachwuchs-Label A-LAB Milano. Die drei Designer Alessandro Biasi, Andrea Orazi und Simona Costa schickten ihre Models mit Widderhörnen und in Erdtönen gebatikten Ganzkörper-Overalls auf die Bühne. Besonders gelungen waren außerdem die abstrakt ausgestellten Hüften und einige komplett bronzene Outfits, die begleitet von entsprechender Musik an eine Mischung aus antiker Gladiatoren-Tracht und Star Wars Moderne erinnerte.
A-LAB Milano wurde im Oktober 2006 von dem jungen Design-Team gegründet. Gemeinsam verfolgten sie das Ziel, sich von gängigen Maßstäben und Trends der italienischen Mode zu lösen, um etwas Neues und Ureigenes zu schaffen. Deshalb lassen sich die Designer bei ihrer Arbeit von unterschiedlichen Stimmungen inspirieren, um eine Kollektion zu entwerfen, die nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern auch einen bestimmten emotionalen Wert vermittelt. 2008 präsentierte A-LAB Milano seine Kollektion auf der Toronto Fashion Week, sowie im Rahmen des Fashion Incubator Projektes auch während der Milan Fashion Week 2009.
Der Auftritt der jungen aufstrebenden italienischen Modedesigner war jedenfalls eine ausgesprochene Bereicherung für die Berlin Fashion Week – Gerne mehr davon!
(Turid Reinicke, AMD Akademie Mode & Design, fĂĽr creative face Magazin)

























