Der Kooperation zwischen der Camera Nazionale della Moda Italiana und Mercedes-Benz sei Dank: die Gewinner des Modepreises „Fashion Incubator“, fünf junge Designlabel aus Italien, konnten ihre Mode-Kollektionen in einer gemeinsamen Show im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week präsentieren.
Christina Miraldi – Tradition, Kunst & Kultur
Christina Miraldis Pret-à -Porter Kollektion soll eine junge Zielgruppe ansprechen, die offen ist für „kleine Unperfektionen und Widersprüche“.
Inspiriert von alten Puppen stecken ihre Modelle voller Poesie: ein kleines Höschen aus weißem Pelz, dazu ein besticktes Strickjäckchen, mit zarten Volants eingerahmt. Schlicht und schön dagegen sind die geometrisch geschnittenen Shirts und Zweiteiler, die zu Hot Pants und mit Overknee-Strümpfen getragen werden. Und fast unfertig wirkt der aus Bändern konstruierte kurze Reifrock, unter dem ein zartes, besticktes Lingerie-Outfit sichtbar getragen wird. Grafische Schnitte und natürliche Materialien zeichnen die Kollektion von Christina Miraldi aus, handgemachte Finishes und Stickereien geben ihr verspielte Weiblichkeit.
A-Lab Milano by Alessandro Biasi, Andrea Orazi und Simona Costa spielt mit Stoffen und Details. Ihre Schnitte sind neu. Blazer haben nicht mehr die gewohnte Form, Revers werden nicht einfach umgeschlagen, sondern ragen spitz ins Decolleté. Ärmel haben neue Dimensionen. Zipper betonen die Nahtführung und greifen den metallischen Effekt auf, der sich auch in den bronzefarben bedruckten Stoffen wiederholt. Wolle, gewaschene Seide, bedruckter Samt und Chiffon werden mit soften Woll-Jerseys ergänzt.
Orientiert an Punk/Gothic-Elementen setzt das Mailänder Designer-Trio auf raue Oberflächen in dunklen Farben wie Grau, Schwarz und Bronze sowie Allover-Prints. Ihre kunstvolle Kollektion „Arcana“ soll gleichermaßen mystisch wie emotional sein. A-Lab setzt den Models Hörner auf: die bronzenen Widder-Hörner als Kopfschmuck stehen für durchsetzungsstarke Frauen – und machen sie auf der Bühne zu modernen Gladiatorinnen!
Mauro Gaspieri
Es sind die Stoffe, die man zuerst anschaut. Sie sehen aus, als wären sie reliefartig aus dicken Wollstreifen gewebt, oder wie die dreidimensionale Struktur von Honigwaben. Mauro Gaspieri spielt mit dem Stoff, setzt ihn plakativ ein - in nachtblau oder schwarz, als Gürtel oder Jacke, als Ärmel oder Kragen. Er kombiniert ihn als Kleid zur glänzenden Jacke oder verarbeitet ihn als dekorative Seitenstreifen an einer schmalen Strickhose. Schlichte Jersey-Basics bekommen so einen neuen starken Auftritt. Und das stachelige „Kleine Schwarze“ mit Kapuze aus dem Waben-Stoff wirkte schon fast wie ein abwehrender Panzer.
Mauro Gaspieri sieht sich selbst als Avantgarde-Designer, immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und Techniken. Der 31jährige hat an der „International Fashion Polamoda“ in Florenz Mode studiert und bereits mehrere Mode-Preise gewonnen, danach u.a. in der „Dolce and Gabbana Factory“ Erfahrungen sammeln können, und zuletzt auch unter seinem eigenen Label Fashion Shows in Tokyo und Moskau gezeigt.
Christiano by Christiano Burani
Christiano Burani hat zuerst Medizin studiert, bevor er seinen Traum als Modedesigner verwirklichen konnte.
Kreativität, ein gekonnter Umgang mit Farben und Formen sowie die Fähigkeit, Stoffe zu interpretieren, das hat er in seiner Pre-Collection perfekt in Mode und Accessoires umgesetzt. Jerseys, Leder und Metall werden gemixt; geometrische Formen, unregelmäßige Falten und unübliche Volumen bestimmen seine Modelle. Lederstreifen betonen die Geometrie der Schnitte oder setzen gezielt Figurbetonungen. Alles wirkt streng und durchkonstruiert, durch handgemachte Details und plakative Pailletten bekommt der Look moderne Feminität. Christiano Burani gilt als einer der innovativsten Nachwuchsdesigner und hat bereits als Designer bei Blumarine, Versace, La Perla und Masca gearbeitet.
Paolo Errico
Seine Karriere begann Paolo Errico bei Calvin Klein, Versace und Zegna. Für Roberto Cavalli entwarf er eine DOB-Linie. Seine erste eigene Kollektion zeigte Paolo Errico 2005 auf der Fashion Week Milano. Sein Stil ist architektonisch und geometrisch, natürliche und technische Materialien werden miteinander verarbeitet, - neben Wolle und Seide verwendet er einen Mix aus Cashmere mit Nylon.
Inspiriert durch die Papierfalt-Technik entstand seine Herbst/Winter-Kollektion für 2010/11. Aus aneinander gesetzten Stoffflächen entstehen Westen und geschlitzte Jacken, die durch offene Kanten irgendwie unfertig wirken. Lockere Oberteile fügen sich durch Reißverschlüsse zusammen und werden im Layering über schmalen Jerseykleidern und Shirts getragen.
Gedeckte Farben wie Schwarz und Grau, Braun oder Beige werden aufgefrischt mit kräftigem frischem Orange. So bringt Paolo Errico einen Hauch von Sportivität in seine edle Kollektion, die für die moderne Kosmopolitin gemacht ist. Er selbst nennt es „A busy day with a fun night“.
(Alexandra von Schledorn, Modejournalistin, für creative face Magazin)








