Turid Reinicke (AMD Akademie Mode & Design) für creative face Magazin
Dass Leyla Piedayesh früher einmal MTV Redakteurin war, erklärt die Zusammenstellung der prominenten Gäste ihrer Show auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Die Deutsche Musikindustrie ist bei der Kollektionspräsentation von ihrem Label lala Berlin zahlreich vertreten. Natalia Avelon, Michi Beck, Heike Makkatsch und Sabrina Setlur teilen sich die Aufmerksamkeit der Fotografen, aber auch Klaus Wowereit und Suzy Menkes haben mit der knallig pinken Einladung in der Hand Platz genommen.
Das Besondere an dem jungen Berliner Label ist seine feminine Coolness. Denn wenn hochwertiger Strick auf kühle Eleganz und einen Hauch Futurismus trifft, dann wird Knitwear urban und trendbewusst.
Metall, Flachnieten und kühle Goldtöne treten weichen Formen, zarten Farben und hochwertigen Stoffen gegenüber. Die ganze Kollektion hat etwas Zukunftsweisendes. Die Models wirken in ihren hellen Outfits mit goldenem Metallplättchenbesatz ein bisschen wie von einem anderen Stern. Patchworks aus unterschiedlichsten Nieten, Muttern und sonstigen Metallapplikationen machen aus der Mode ein Highlight der Technik. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die elektronische Musik, die stark an einen Gameboy erinnert. Doch Leyla Piedayesh verwendet weder Thermostoffe, noch floureszierende Plastikgewebe, sondern Seide, Jersey und eben Strick. Der zeigt sich mal in kleinen, mal in großen Maschen, mal mit kunstvollen Flottierungen und mal als Bindungs-Patchwork.
Asymmetrisch eingesetzte Reißverschlüsse und matt schimmernde Pailletten sind weitere Highlights der Kollektion und ein kräftiges Pink verleiht der sonst so farblich reduzierten Mode ein freches Statement.
Seit der ersten Präsentation von Leyla Pedayesh im Januar 2004 auf der Berliner Modemesse Premium hat sich einiges getan. Diese erste Strickkollektion der gebürtigen Iranerin bestand größtenteils aus Pulswärmern. Heute werden nur noch wenige Kollektionsteile im Atelier in der Mulackstraße handgestrickt.
Der Erfolg gibt der 38-Jährigen Recht. Piedayeshs lässige und wunderbar entstaubte Interpretation von Knitwear wird nicht nur von der nationalen Musikbranche gerne getragen, sondern findet auch regelmäßig in großen Modezeitschriften Erwähnung.













