Tom Felber für creative face Magazin
Pünktlich zum Auftakt der Berlin Fashion Week Januar 2009 eröffneten die Galeries Lafayette mit 35 Bildern das fotographische Portrait des afrikanischen Nomadenvolkes HIMBA in einer Ausstellung des italienischen Fotografen Sergio Caminata. Die Ausstellung, die von Alda von Stauffenberg produziert wurde, ist bis zum 14. Februar in den Galeries Lafayette zu sehen. Gleichzeitig wurde die umwelt- und sozialgerechte Fashionkollektion Collection of Hope präsentiert.
Das fotografische Portrait der HIMBA ist nicht nur, wie man zunächst denken mag, das Resultat fotografischen Schaffens, es ist vielmehr die Synthese einer komplexen Wegstrecke, die in weiter ferne begonnen hat und nur scheinbar im Moment der Aufnahme endet. Sergio Caminata präsentiert eine wunderschöne Studie des Himba-Volkes mit einer so linearen Unmittelbarkeit, die einen dazu bringt, sich diesem Volk mit ganz spontaner Neugier zu nähern, ohne es dem Spott des trüben europäischen Blickes preiszugeben, der eine andere Welt beäugt, ohne sie wirklich verstehen zu wollen, es sei denn im Vergleich mit sich selbst. Die Narben im Gesicht, die Form der Haare, die Ketten erhalten schließlich einen starken identifizierenden Sinn, auf den sich einzulassen unvermeidlich und sogar angenehm ist.
Das Volk der HIMBA, dessen Kultur, die Gesamtheit aller Bezugspunkte, zu denen sich das Volk bekennt, von den Widersprüchen eines fremden sozialen-politischen Systems bedroht wird, mit der sie sich aber auseinanderzusetzen hat und die soziale Organisation der gesamten Gemeinschaft und schließlich die Existenz der einzelnen Individuen sind eng mit der natürlichen Umwelt verbunden, die sie beherbergt. Das unwegsame Gebiet, die schwierigen klimatischen Gegebenheiten, und die seltenen Niederschläge zwingen die Himba zu kontinuierlichem Ortswechsel. Dieses afrikanische Volk, dem schätzungsweise fünftausend Menschen angehören, hat bis heute seine Tradition fast vollständig bewahrt. Das Stammesleben richtet sich nach der Gemeinschaft, und das Leben des Einzelnen wird durch die rituellen Ereignisse bestimmt.
Sergio Caminata begann seine Karriere in den früher 80er Jahren. Nach dem Photografie-Studium arbeitete Caminata für die wichtigsten italienischen Fashion Magazine wie Donna, Grazia, Elle, Harper's Bazaar, Madame Figaro oder Departures. Er fotografierte unter Anderem für Emporio Armani oder Coca Cola. 1991 wurde Sergio Caminata mit dem 'New Faces in Europe' Award prämiert. 1997 und 1998 wurden seine Arbeiten über die afrikanischen Völker Himba und Ndebele von dem Federico Motta Editore Verlag veröffentlicht.








