Alexandra Springer
130, höre ich 140? 150 Euro da hinten rechts, zum ersten! Zum zweiten! 200, 200 Euro! Los, jetzt ist es auch egal! Gebt mir 240 Euro! 280 Euro für dieses Bild von Otmar Alt – mit Rahmen sogar! Meine Dame, geben Sie mir mehr - noch ist es nicht ihrs!
So hört es sich an, wenn Christie's Deutschland Chef Andreas Rumbler das erste Werk der HeARTwork Kunstauktion mit allerhand Charme an den Mann bringt. Insgesamt 56 Werke von Otmar Alt über Jonathan Meese bis Vittorio Zambardi kamen am 14.12 bei der 7. heARTwork Auktion im K21 unter den Hammer. Das wohl ungewöhnlichste Objekt war die Installation „Neuhaus“ des Künstlers Stephan Kaluza: Nackt bis auf die Unterhose kauert er in seinem Käfig. Unermüdlich schmeißt er Ping Pong Ball um Ping Pong Ball in die Toilettenschüssel vor sich. „Er“ ist ein lebendiger Mensch und Teil der ersten „Lebend-Installation“, die jemals versteigert wurde. 2200 Euro war dem Höchstbietenden diese ungewöhnlich mutige Idee wert. Den höchsten Preis des Abends erzielte ein Diptychon von Georg Baselitz mit 48.000 Euro.
Schirmherrin Dr. Dorothee Achenbach rief den Gästen noch einmal den Anlass der Charity Veranstaltung ins Bewusstsein: „Ich würde gerne sagen, dass die Zahl der HIV-Infizierten und an Aids Erkrankten zurück gegangen ist, aber das kann ich leider nicht. Allein in Düsseldorf leben über 2000 Betroffene unter uns.“ In den letzten Jahren konnte heARTwork dank Fundraiserin Yvonne Hochtritt und vielen anderen freiwilligen Helfern im Rahmen der Auktionen 950.000 Euro für die Düsseldorfer Aidshilfe sammeln. Die Spenden dieses Jahres kommen vor allem dem Projekt „Frauen und ihre Familien“ zu Gute. Ziel war es die 150.000 Euro vom letzten Jahr noch zu übertreffen. Das Werk „Mainzer Ansichten“ von Otmar Alt machte mit 480 Euro schon mal einen guten Anfang. Und am Ende wurde tatsächlich das Ergebnis des letzten Jahres getoppt - 160.000 Euro kamen zusammen.






